Leister : Plastic Welding, Process Heat, Lasersystems, Microsystems

Apr 17, 2007

Eine „heisse“ Partnerschaft.

Colasit realisiert in Spanien mit Leister Hand-Extrudern drei Biowäscher-Silos.


Thun, Schweiz, im September 2006. In einer sonst leer stehenden, ehemals von der Schweizer Armee genutzten Halle entstand Grosses: Hier hatte sich die Berner Oberländer Firma Colasit temporär eingemietet. 25 mm dicke Polyethylen-Platten wurden für den späteren Zusammenbau in Spanien vorkonfektioniert. Im Baskenland baute man im Auftrag der deutschen „m+w Zander Gebäudetechnik GmbH“ drei gewaltige Silos, die nun als Behältnis für den biologischen Waschprozess dienen. Sie wurden in eine Produktionsanlage zur Zelluloseherstellung integriert. Mit diesem Verfahren werden nun in einem mehrstufigen Prozess organische Luftschadstoffe biologisch abgebaut. Dabei durchströmen die Abgase Schüttschichten, werden auf der Oberfläche der Trägersubstanzen sorbiert und durch Mikroorganismen aufgelöst. Der Bio-Wäscher ergibt eine massive Reduktion der Geruchs- und Schadstoffemissionen. Deshalb sah die Bevölkerung von Torrelavega und Umgebung der Inbetriebnahme der Anlage mit Spannung entgegen.


Jedes Silo besteht aus vier übereinander liegenden Reihen mit je zehn Wandelementen. Die Platten der drei oberen Reihen sind 3.8 m hoch, 2.67 m breit und 300 kg schwer, die der untersten Reihe messen die Hälfte. Sie wurden in Thun zuerst auf eine Vorrichtung mit einem Radius von 4.25 m gespannt. Um die Biegung zu erhalten, wurden an die Oberkante der Platten zweiseitig nutgefräste Bogenstreben aufgesteckt und an Innen- und Aussenseite extrudiert. Das 210 bis 230° heisse Extrudat lieferten leistungsfähige Hand-Extruder Weldplast EC4 und S4 von Leister (EC4 mit bürstenlosen Motoren für Schneckenantrieb und Heissluft).


Pro Silo wurden zusätzlich drei Revisionsöffnungen und ein Mannloch auf die gebogenen PE-Platten geschweisst. Auch bei dieser heiklen Aufgabe bewährten sich die Leister Hand-Extruder. Damit sich die Luken während dem Abkühlen des Extrudats nicht verformten, wurden die Deckel nach dem Verschweissen provisorisch aufgeschraubt. Als Haltehilfe für die später in Spanien angebrachte Isolation wurden auf die Aussenseite der einzelnen Elemente zusätzlich vier liegende Streben appliziert. Hierzu genügte eine einfache Schweissnaht. Der 4 mm dicke Schweissdraht wurde mit dem Handgerät DIODE S von Leister verarbeitet.


Auch bei der Endmontage im Baskenland wurden Leister-Geräte eingesetzt: Rund 10 Mitarbeiter der Firma Colasit schweissten im Dauereinsatz sechs Tage die Woche mit Hand-Extrudern Weldplast S4 und bürstenlosen EC4. Mit einem Ausstoss von bis zu 4 kg/h ging so das Zusammenfügen der Teile zügig voran. Die einzelnen Platten wurden ringweise montiert und seitlich miteinander verschraubt. Anschliessend schweisste man die stehenden Nähte. War die erste Reihe fertig, wurden die Platten der zweiten Reihe seitlich versetzt auf die Nut der unteren Reihe gesteckt und auf der Platteninnen- und Aussenseite liegend anextrudiert. Auch die Boden- und Dachsegmente aus PE wurden hier in Spanien mit den Wandelementen verschweisst.

Die drei fertigen Silos weisen beeindruckende Dimensionen auf: Wandhöhe 13.5 m, Durchmesser 8.5 m, Umfang 26.7 m. Insgesamt verarbeiteten die Kunststoffspezialisten von Colasit 45 Tonnen PE-Platten. Die totale Schweissnahtlänge beträgt rund 5 km!

Wenn die Produktionsanlage in Spanien in Betrieb ist, wiegt jedes der drei Silos mit 510 m3 Wäscherpackungen und Wasser gefüllt rund 200 Tonnen. Keine Frage, dass dabei an die Festigkeit der Verbindungen aussergewöhnliche Anforderungen gestellt werden. Anforderungen, welche die professionelle Verarbeitung von Colasit zweifelsfrei erfüllen, nicht zuletzt dank der hohen Schweissqualität mit Leister Hand-Extrudern.

Für die Firma Colasit bedeutete dieser Auftrag einer der grössten in ihrer über 60-jährigen Firmengeschichte. Neben der logistischen Herausforderung galt es, den engen Zeitrahmen einzuhalten: In nur 5 ½ Monaten mussten alle vorkonfektionierten Elemente fertig sein, auf neun Lastwagen nach Spanien gefahren werden, die drei Silos aufgebaut und das komplette System mit der Zellulose-Produktionsanlage verbunden sein.