1998 zog die Produktion von Kägiswil nach Sarnen-Ried um. Wie hast du diesen Schritt erlebt?
Das war schon eine grosse Umstellung. Das neue Produktionsgebäude in Sarnen-Ried war moderner, die Arbeitsbedingungen waren besser, und alles wirkte viel grösser. Aber trotz aller technischen Entwicklungen ist bis heute viel Handarbeit geblieben – und genau das gefällt mir an meiner Arbeit.
Du hast die Entwicklung von Leister über fünf Jahrzehnte miterlebt. Was hat sich am meisten verändert?
Ganz klar die Grösse des Unternehmens. Als ich angefangen habe, war Leister ein kleines Familienunternehmen. Heute ist daraus eine internationale Unternehmensgruppe geworden. Auch bei den Maschinen hat sich sehr viel verändert. Viele Arbeiten werden heute durch moderne Hilfsmittel unterstützt.
Und was ist gleich geblieben?
Die Produkte werden noch immer mit viel Sorgfalt gefertigt. Gerade bei unserer Arbeit braucht es nach wie vor Menschen, die präzise arbeiten können. Das hat sich nicht verändert.
Gibt es etwas, das du aus der früheren Zeit vermisst?
Das Familiäre war schon etwas Besonderes. Karl Leister kannte alle Mitarbeitenden beim Vornamen. Er war sehr kollegial, freundlich und das 'Du' war selbstverständlich. Diese Nähe gibt es in einem grossen Unternehmen natürlich nicht mehr in der gleichen Form.
Was ist dir aus deiner Zeit mit Karl Leister besonders in Erinnerung geblieben?
Seine persönliche Art. Er interessierte sich für die Menschen und war immer nah bei den Mitarbeitenden. Das hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Eigentlich bist du seit Mai 2024 pensioniert. Wie kam es dazu, dass du trotzdem noch bei Leister arbeitest?
Mein offizieller letzter Arbeitstag war am 22. Mai 2024. Kurz darauf fragte mich mein Chef Thomas Bütler, ob ich mir vorstellen könnte, mit einem 30-Prozent-Pensum weiterzuarbeiten. Da musste ich nicht lange überlegen.